Die sozialpädagogische Begleitung mit Pferd bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, in einem geschützten, naturnahen Rahmen individuell begleitet und gefördert zu werden.
Der Kontakt und die Arbeit mit den Pferden eröffnet vielfältige Erfahrungsräume auf körperlicher, emotionaler, sozialer und kognitiver Ebene.
Dabei steht nicht das Reiten im Mittelpunkt, sondern die ganzheitliche Begegnung mit dem Pferd und die pädagogisch begleitete Erfahrung im Tun, im Erleben und im Miteinander.
Die sozialpädagogische Begleitung ersetzt keine Therapie, kann jedoch ergänzend wertvolle Entwicklungsimpulsesetzen.
Traumasensibel und trauersensibel
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist eine trauma- und trauersensible Haltung.
Das bedeutet, dass wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene achtsam, respektvoll und ressourcenorientiert begleiten – insbesondere dann, wenn sie sich in Belastungssituationen befinden.
Traumasensibles Arbeiten bedeutet für uns:
- Sicherheit und Vorhersehbarkeit zu schaffen
- Grenzen ernst zu nehmen und Selbstbestimmung zu stärken
- Überforderung zu vermeiden und das Tempo der Teilnehmer:innen zu respektieren
- den Fokus auf pädagogische Entwicklung und Selbstwirksamkeit zu legen
Die Pferde wirken dabei nicht „therapeutisch“, sondern als feinfühlige, ehrliche Beziehungspartner, die unmittelbar auf Körpersprache, innere Zustände und Klarheit reagieren – ohne zu bewerten.
Neurodiversität: Autismus & ADHS
Neurodivergente Kinder und Jugendliche sind bei und herzlich willkommen, insbesondere im Autismus-Spektrum und bei ADHS.
Viele neurodivergente Menschen profitieren besonders von:
- klaren Strukturen und nonverbaler Kommunikation
- der ruhigen, präsenten Art der Pferde
- dem Lernen über Beziehung, Bewegung und Erfahrung statt über Sprache allein
- einem Umfeld ohne Leistungsdruck oder soziale Erwartungshaltungen
Die Begegnungen mit dem Pferd werden individuell deswegen hier individuell angepasst – mit Rücksicht auf Reizverarbeitung, Aufmerksamkeit, Regulationsfähigkeit und persönliche Stärken.
Ziel der Begleitung: Lebenskompetenzen stärken
Ziel der sozialpädagogischen Begleitung ist nicht das Erlernen reiterlicher Fähigkeiten, sondern die Förderung zentraler Lebenskompetenzen, wie zum Beispiel:
- Selbstwahrnehmung und Körpergefühl
- Emotionsregulation und Stressbewältigung
- Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit
- Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
- Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz
Das Pferd unterstützt diesen Prozess durch seine klare, unmittelbare Rückmeldung und durch die Möglichkeit, Erfahrungen über den Körper und das Erleben zu machen – nicht nur über Gespräche.